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Die drei von der Autowerkstatt

Von der Lehre über die Bundeswehr zur Selbständigkeit im Handwerk

Rudy Fischbach, Christoph Mann und Günter Pinger sind die drei von der Autowerkstatt, genauer: Sie sind drei Gesellschafter, die in Mayen und Koblenz ihrem Kfz-Techniker- bzw. Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk nachgehen und gleichzeitig als Kfz-Vertragshändler fungieren.

Zu Dritt haben sie im Sommer 1993 als freie Werkstatt und Karosseriefachbetrieb angefangen; mit 19 Mitarbeitern überschritten sie jetzt die 2000er-Schwelle. Wenn in diesem Jahr zwei Lehrlinge - fünf sind zur Zeit bereits im Rennen - und ein weiterer Mitarbeiter neu dazu stoßen, hat das junge Unternehmen seinen Personalbestand versiebenfacht und parallel dazu den Umsatz um den Faktor 20 vergrößert. Eine Erfolgsstory, die mit der Handwerkslehre begann und über den Dienst in der Bundeswehr und die Qualifizierung bei Handwerkskammer und Berufsförderungsdienst zum eigenen Unternehmen führte.

Die Drei von der Autowerkstatt: Ältester ist mit 41 Jahren Rudy Fischbach; nach der Lehre als Kfz-Mechaniker begann er 1978 seinen Wehrdienst, verlängerte mehrmals und wurde schließlich Berufssoldat bei der Instandsetzungskompanie in Koblenz-Ehrenbreitstein. In der aktiven Dienstzeit machte er seinen Kfz-Meister und den "Amtlich anerkannten Prüfer für das Kfz-Wesen".

Dann kam das "Personalstärkegesetz", also die Truppenreduzierung in der Bundeswehr. Fischbach reduzierte auf "Z 16,5" und bereitete sich auf die Entlassung aus der Truppe im Dezember 1994 vor. Mit HwK-Ansprechpartner Hans-Joachim Benner entwickelte er seinen Ausbildungsplan für die Qualifizierung während der restlichen Dienstzeit und absolvierte den Lehrgang "Betriebswirt des Handwerks".

In der selben Kaserne

Ähnlich bei Christoph Mann. Der 38-jährige kam 1980 nach seiner Kfz-Mechanikerlehre zur Bundeswehr, qualifizierte sich dort zum Kfz-Meister, wurde amtlicher Kfz-Prüfer und - in Zusammenarbeit mit der HwK Koblenz - Betriebswirt des Handwerks und Karosserie- und Fahrzeugbauer-Meister. Der 35-jährige Günter Pinger, als dritter 1982 nach seiner Kfz-Elektrikerlehre in die selbe Einheit gekommen, machte im Dienst seinen Kfz-Mechanikermeister und in der Freistellung den Kfz-Elektrikermeister sowie den Betriebswirt des Handwerks.

Aus zehn Jahren gemeinsamer Dienstzeit beim Bund kannten sie sich, als sie nebenberuflich bereits 1993 die freie Werkstatt mit Schwerpunkt Karosserie-Instandsetzung in Mayen gründeten. Dorthin waren sie durch einen früheren Bundeswehrkollegen gekommen, der als Kfz-Sachverständiger arbeitete und Betriebsräume frei hatte.

Um den Betrieb wirtschaftlich auf eine solidere Basis zu stellen, nahmen sie 1995 den Kfz-Vertragshandel hinzu. Sie wurden mit Skoda einig und nutzten die Chance, mit einem namhaften Hersteller langsam zu wachsen, ohne vom Investitionsdruck überfahren zu werden. 1997 stiegen sie zum Regionalhändler auf und gründeten im selben Jahr ein Servicecenter für die Marke in Koblenz, das von Mann geleitet wird.

Vier weitere Skoda-Servicecenter - diese haben im Werkstattbereich einen Direktvertrag mit dem Hersteller, im Handel sind sie aber dem Regionalhändler zugeordnet - stehen unter ihrer Regie; jetzt suchen sie weitere Partner, die sich im Bereich der Kreise Mayen-Koblenz, Ahrweiler, Cochem-Zell und Rhein-Hunsrück mit einer Vertragswerkstatt selbständig machen. Nach guten Erfahrungen mit ehemaligen Zeitsoldaten - der Annahmemeister und zwei Verkäufer kommen auch aus der Truppe - denkt das Trio an Jungunternehmer aus dem Bereich Bundeswehr-Handwerk, die "als erwachsene und gestandene Leute", so Fischbach, ideale berufliche Voraussetzungen mitbringen.

Stand: Jan. 2000

Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft
Friedrich-Ebert-Ring 33, 56063 Koblenz
Tel.: 0261/ 398-165, Fax: 0261/ 398-934
E-Mail: presse@bundeswehr-wirtschaft.de

 
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