Handwerkliches Know-how macht den Schlitten schnell
Titelthema:
Im Gespräch mit Schlossergeselle Georg Hackl
Als "erfolgreichster Rodler aller
Zeiten" wird er bezeichnet und kann tatsächlich auf
eine enorme Zahl von Erfolgen in internationalen Wettkämpfen
verweisen. Der Mensch Georg Hackl (35) hinter dem Rennrodler aus
Bischofswiesen hat aber noch mehr Seiten:
 |
| Legt selbst Hand
an für seinen sportlichen Erfolg: Der gelernte Schlossergeselle
Georg Hackl schleift und montiert die Kufen seines Schlitten. |
 |
Herr Hackl, nach Ihrer
Schulzeit haben sie eine Schlosserlehre begonnen und mit der Gesellenprüfung
erfolgreich abgeschlossen. Damit haben Sie den Grund gelegt, um
Ihrem Schlitten „den letzten Schliff" geben zu können?
Aufgrund meiner beruflichen Ausbildung
ist es mir eigentlich erst möglich, meinen Schlitten so zu
modifizieren, dass er konkurrenzfähig ist. Ich arbeite über
den ganzen Sommer an meinem Gerät, die Feinarbeit und den
letzten Schliff hole ich mir dann bei anderen Handwerkern und
natürlich bei Trainingsfahrten. Hier passiert die letztendliche
Abstimmung. Während der Wettkampfsaison bin ich dann auf
mich selbst gestellt und kann dank meiner handwerklichen Fähigkeiten
meinen Schlitten gegebenenfalls bearbeiten.
Nach dem Grundwehrdienst kamen Sie in
die Sportfördergruppe der Bundeswehr. Wie sieht der militärische
Alltag des Hauptfeldwebels Hackl aus? Sind Sie auch Soldat wie
jeder andere?
Entsprechend einer Vereinbarung zwischen
dem Bundesverteidigungsministerium und dem Deutschen Sportbund
besteht der Dienst eines Sportsoldaten zu 70 Prozent in der Ausübung
seiner sportlichen Laufbahn - also Training und Wettkämpfe
- und zu 30 Prozent in militärischer Aus- und Weiterbildung,
wozu beispielsweise BFD-Maßnahmen gehören. In den Wintersportarten
wird mit Schwerpunkt im April/Mai eine entsprechende militärische
bzw. schulische Ausbildung durchgeführt, danach steht die
konditionelle Vorbereitung im Vordergrund.
Für Soldaten auf Zeit stellt sich
bereits während ihres Dienstes in der Bundeswehr die Frage
nach dem Broterwerb danach. Welche Rolle spielt Ihr einmal erlerntes
Handwerk in Ihrer Zukunftsplanung?
Nach meiner Ernennung zum Berufssoldaten
hat meine Berufsausbildung schwerpunktmäßig unterstützende
Funktion in der Schlittenentwicklung und dem Schlittenbau. Die
im Handwerk gewonnenen Erkenntnisse und die damit verbundenen
Fertigkeiten und Fähigkeiten hatten und haben immer großen
Einfluss auf meine Arbeit am Sportgerät.
Das Beratungszentrum
Bundeswehr-Handwerk bei der Handwerkskammer Koblenz hat eine
bundesweit anerkannte Pilotfunktion übernommen. Ihr Kommentar
dazu?
Ich wünsche mir, dass in der
Wirtschaft mehrere Zweige ergänzend zusammen arbeiten würden
ohne dabei vordergründig nur auf eigenen Profit zu achten
- letztendlich erleichtert eine Zusammenarbeit allen das Leben
und kommt dadurch allen zu gute.
Beratungszentrum
Bundeswehr-Wirtschaft
Friedrich-Ebert-Ring 33, 56063 Koblenz
Tel.: 0261/ 398-165, Fax: 0261/ 398-934
E-Mail: presse@bundeswehr-wirtschaft.de