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Bundeswehr-Wirtschaft
Das Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft ist ein Kooperationsprojekt im Wehrbereich II.

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Wirtschaft-Bundeswehr-Wirtschaft: Gemeinsam mit den Wehrdienstberatern zeigen wir Perspektiven in und nach dem Dienst in der Bundeswehr auf.
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Aufstieg ...

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"Spannendes Leben mit Perspektive"

Sanitätsfeldwebel Stefanie Lämmer erzählt aus ihrem Alltag

Sie stammt aus Mittelfranken und versieht ihren Dienst in der Luftwaffen-Sanitäts-Staffel IV in Roth. Die 22-jährige Stefanie Lämmer erzählt aus ihrem Alltag im Luftwaffenausbildungsregiment 3:

Stefanie Laemmer Stefanie Laemmer
Feldwebel Stefanie Lämmer an ihrem Arbeitsplatz bei der Luftwaffen-Sanitäts-Staffel in Mittelfranken.

Sie machen eine Ausbildung bei der Bundeswehr. Was war Ihre Motivation?

Ich wollte gerne im medizinischen Bereich arbeiten. Gleichzeitig interessierte ich mich für die Bundeswehr, weil mein Vater dort als Pilot beschäftigt war. Nach der Realschule begann ich eine Ausbildung im Sanitätsdienst der Bundeswehr, weil sie einige Vorteile gegenüber einer Ausbildung im zivilen Bereich bietet.

Welche Vorteile?

Meine Prüfung als Rettungssanitäter wurde vom Bayerischen Roten Kreuz abgenommen, sodass ich mich auch bei zivilen Arbeitgebern bewerben kann. Positiv finde ich auch, dass das Arbeitsverhältnis während der Verpflichtungszeit nicht kündbar ist, es kann höchstens zu einer Versetzung kommen. Neben den Schulungen für die militärische Laufbahn, konnte ich außerdem kostenlos den LKW-Führerschein mit Anhänger, einen Englisch- und einen Rhetorik-Kurs machen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, man muss sie nur nutzen! Nicht unwichtig: Ich bekomme mehr Geld als bei zivilen Einrichtungen. Am Anfang waren es Netto ca. 1.100 Euro, inzwischen rund 1.400 Euro Netto. Wir haben geregelte Arbeitszeiten - meistens von 7.15-16.30 Uhr - und ab und zu Wochenend-Einsätze.

Wie läuft Ihre Ausbildung ab?

Ich habe mich auf zwölf Jahre verpflichtet. Nach der zweimonatigen Grundausbildung und der dreimonatigen Rettungssanitäter-Ausbildung, beginnt der Unteroffizierlehrgang in der Münchner Sanitäter-Akademie der Bundeswehr. Nach dem Besuch weiterer Lehrgänge bin ich inzwischen Feldwebel. Praxis und Schulungen im Sanitäter-Bereich haben meinen Aufgaben- und Verantwortungsbereich ständig erweitert: Organisations-, Planungs- und Führungsaufgaben sind in den letzten vier Jahren hinzu gekommen.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Abwechslungsreich! Unterrichtung der Rekruten in Sachen Erste Hilfe, regelmäßiger Patienten-Kontakt, aber natürlich auch Bearbeitung von Papierkram stehen auf dem Programm. Sechs mal im Jahr gibt es eine Übung in Notfall-Medizin. Wer sich interessiert und mit den Anforderungen klarkommt, bekommt schnell seinen eigenen Verantwortungsbereich und ist nicht Mädchen für alles, wie ich es oft von Freunden höre, die bei zivilen Arbeitgebern beschäftigt sind.

Wie sehen Ihre weiteren Pläne aus?

Als nächstes würde ich gerne ein halbes Jahr einen Auslandsaufenthalt mitmachen. Ab 2003 werde ich über die Abendschule mein Fachabitur nachholen. Ab dem 10. Dienstjahr habe ich Anspruch auf Freistellung für meine weitere Berufsförderung. Ich habe also zwei Möglichkeiten: Wenn eine gute Stelle zur Disposition steht, kann ich Berufssoldat werden. Wenn keine Stelle frei ist, beginne ich ein Fachstudium für Lebensmitteltechnik an einer zivilen Uni, das von der Bundeswehr finanziell unterstützt wird. Nach dem Studium könnte ich zum Beispiel in einem Labor arbeiten oder - aufgrund meiner Ausbildung - im Pflegemanagement in einem Krankenhaus.

Wie sind die Chancen mit einer Bundeswehr-Ausbildung in der zivilen Wirtschaft?

Erfahrungsgemäß sehr gut. Neben den ausgezeichneten fachlichen Qualifikationen, die die Bundeswehr vermittelt, verfügen wir in der Regel über komplexe Kenntnisse bei Führungs- und Planungsaufgaben und sind es gewohnt, Dinge in die Tat umzusetzen. Das kommt bei zivilen Arbeitgebern gut an.

Welche Qualifikationen braucht man, wenn man als Unteroffizier einsteigen will und eine Ausbildung beginnen will?

Jeder, der den Realschulabschluss hat, kann sich bewerben. Man sollte sich darüber bewusst sein, dass man in erster Linie Soldat ist mit allen Konsequenzen. Teamgeist ist wichtig. Wer sich nicht auf andere einlassen kann, wird es schwerer haben. Wer Initiative ergreift und gerne Verantwortung übernimmt, profitiert mehr von den Möglichkeiten bei der Bundeswehr. Der Anwärter sollte sich darauf vorbereiten, dass er manchmal über Monate von zu Hause weg ist. Eigenständigkeit ist also gefragt.

Bleibt trotzdem Zeit für Privatleben?

Klar. Viele meiner Kameraden sind verheiratet und haben Kinder. Bei mir ist es sowieso kein Problem, da mein Standort in der Nähe meiner Heimatstadt liegt. Außerhalb der Arbeitszeit führe ich ein ganz normales Leben mit eigener Wohnung und meinem Münsterländer Jagdhund. Ich gehe viel mit Freunden aus. Mein Hobby ist Sport, vor allem Triathlon, Kraftsport und Tennis. Die eine oder andere Sportart kann ich übrigens offiziell während der Arbeitszeit als Training ausüben.

Wie lebt es sich als Frau in der Bundeswehr?

Sehr gut, wenn man sich durchsetzen kann. Noch immer ist es für viele Kameraden ungewohnt, wenn plötzlich ein weiblicher Soldat mit schmutzigem Gesicht und 25 Kilo Gepäck auf dem Rücken neben ihm durch den Matsch keucht oder womöglich Befehle erteilt. Aber wer einigermaßen mithalten kann und auf der anderen Seite auch in der Lage ist, Grenzen zu setzen, wird schnell respektiert und akzeptiert. Lustig ist, dass die Jungs, wenn sie ein Problem haben, lieber zu uns Frauen kommen und sich beraten lassen. Angeblich sind wir objektiver und ausgeglichener. Auf jeden Fall lockert es die Atmosphäre auf, wenn Frauen und Männer zusammenarbeiten.

Was gefällt Ihnen besonders an der Bundeswehr, was nicht?

Manchmal ärgere ich mich, dass es schwer sein kann, neue Ideen durchzusetzen. Es liegt meistens an den finanziellen Mitteln oder an festgefahrenen Strukturen. Das wertvollste bei der Bundeswehr ist für mich der Zusammenhalt in der Truppe. Ich habe bei der Bundeswehr einen großen Rückhalt erfahren und meine beste Freundin kennen gelernt. Bundeswehr bedeutetet für mich Lebenserfahrung, Verantwortung, Reisen, Weiterbildung - kurzum ein spannendes Leben mit Perspektive!

Internet: www.bundeswehr-karriere.de

Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft
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Tel.: 0261/ 398-165, Fax: 0261/ 398-934
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