Die Idee des Beratungszentrums
Y-BERHOLSPUR.DE
im Gespräch mit dem Präsidenten der Handwerkskammer
Koblenz, Karl-Heinz Scherhag, MdB
Herr Scherhag, warum engagiert sich die
Handwerkskammer Koblenz so stark in der Zusammenarbeit mit der
Bundeswehr?
Die
Zusammenarbeit hat in unserer Region eine sehr lange Tradition.
Beide Partner wissen, dass wir wechselseitig voneinander profitieren
können - das, was man unter Win-Win-Situation versteht. Die
Bundeswehr braucht gut ausgebildete Handwerker in den unterschiedlichsten
Verwendungen und das Handwerk steuert bei sinkenden Lehrlingszahlen
auf einen Fachkräftemangel zu, der durch die bei der Bundeswehr
weiterqualifizierten Soldaten auf Zeit abgefedert werden kann.
Der Personalkreislauf zwischen Handwerk
und Bundeswehr funktioniert?
Die Bilanz des Beratungszentrums
Bundeswehr-Handwerk belegt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen
haben. Wir unterstützen die Bundeswehr bei ihrer Nachwuchsgewinnung
und die Wehrdienstberater bestätigen, dass auf die Erstinformation
im Rahmen der überbetrieblichen Lehrgänge in den HwK-Zentren
intensive Beratungs- und Bewerbungsgespräche folgen. Mehr
als 1.700 Teilnehmer an Informationsveranstaltungen in den Kasernen
und fast 300 Einzelberatungen allein im Jahr 2001 haben Zeitsoldaten
geholfen, ihren persönlichen Weg zurück in die Wirtschaft
zu finden.
Dabei geht es uns nicht nur um einen
jeweils individuellen Fortbildungsplan, sondern darum, dass die
jungen Leute für sich eine Lebensperspektive entwickeln.
Bereits in der beruflichen Weiterbildung knüpfen wir gemeinsam
mit ihnen Kontakte zu Betrieben, die die Rückkopplung an
den Berufsalltag gewährleisten und manchmal sogar eine qualifizierte
Anstellung in Aussicht stellen.
Worin liegen die besonderen Interessen
der Kammer?
Unsere Wirtschaft lebt vom Mittelstand,
den vor allem auch die Handwerkskammern für ihre Betriebe
repräsentieren. Über den bereits angesprochenen Fachkräftebedarf
hinaus stehen wir vor einem breiten Generationswechsel, fast jeder
dritte Betriebsinhaber erreicht innerhalb der nächsten fünf
Jahre die Altersgrenze. Wenn für die Unternehmen qualifizierte
und motivierte Nachfolger in den Startlöchern stehen, werden
dadurch bis zu 50.000 Arbeitsplätze gesichert.
Ein weiterer Aspekt: Im Zuge der Bundeswehrreform
und im Prozess der Privatisierung weiter Bereiche führen
wir den politischen Dialog, um unsere Mitgliedsbetriebe als Auftragnehmer
der Streitkräfte zu stärken. Kurz gesagt, das Handwerk
praktiziert ein aktives Miteinander als Partner der Bundeswehr.
Beratungszentrum
Bundeswehr-Wirtschaft
Friedrich-Ebert-Ring 33, 56063 Koblenz
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