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Sanitätsdienst der Bundeswehr

Perspektiven für medizinische und gesundheitshandwerkliche Berufe

Für medizinische oder gesundheitshandwerkliche Eingangsberufe bietet der Sanitätsdienst der Bundeswehr ungeahnte Möglichkeiten. Wer sich nach seiner Ausbildung zur Arzthelferin oder zum Zahntechniker als Soldat auf Zeit (SaZ) verpflichtet, dem eröffnet sich ein Einsatzspektrum, das vom Sanitätsunteroffizier (Gesellenebene) in einem Standortsanitätszentrum über den Sanitätsfeldwebel und Sanitätsgruppenführer (Meisterebene) bis hin zu Spezialisten in Krankenhäusern der Bundeswehr reicht. Zeitlich begrenzte Verwendungen im Rahmen der Auslandseinsätze der Bundeswehr sind dabei obligatorisch.

Sonja Kubitza
Stabsunteroffizier Sonja Kubitza misst einem Kameraden den Blutdruck.
Sascha Engels
Oberfeldwebel Sascha Engels organisiert im Innendienst die Patientenbetreuung.


Bei Eignung für den Dienst als SaZ und entsprechendem Bedarf in der Truppe kann ein gelernter Zahntechniker bereits mit dem Dienstgrad Feldwebel in einer Zahnarztgruppe der Bundeswehr eingestellt werden. Die Verpflichtungszeit beträgt in diesem Fall 12 Jahre. Im Rahmen der militärischen Ausbildung oder am Ende der Dienstzeit über den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD) besteht dann beispielsweise die Möglichkeit, die Meisterprüfung in diesem Handwerk abzulegen. Ähnliches gilt auch für andere Berufsgruppen wie Rettungsassistent, Krankenpfleger oder Augenoptiker.

Viele Perspektiven

Oberfeldwebel Sascha Engels aus Boppard trat nach seiner Lehre als Zahntechniker seinen Grundwehrdienst im Sanitätsbataillon 5 in Rennerod an. Als SaZ wurde er zur Zahnarztgruppe Lahnstein versetzt, wo er seitdem als Sanitätsfeldwebel und Zahnarztgehilfe seinen Dienst leistet. Zu seinen Aufgaben gehört in dieser Verwendung, prothetischen Zahnersatz herzustellen oder zu reparieren. Ein großer Teil seiner Arbeit liegt aber auch im Innendienst der Zahnarztgruppe, wo er für den organisatorischen Ablauf, die Patientenbetreuung und die materielle Ausstattung zuständig ist und somit den Leiter der Einrichtung unterstützt. Ergänzt wird Sascha Engels Arbeit durch die Aufgabe als Fachkraft für Arbeitssicherheit und als Beauftragter für Gefahrgut- und Brandschutz.

Qualifikationen, die ihm auch neue Perspektiven auf dem zivilen Arbeitsmarkt eröffnen. Seine "Managementerfahrung" aus der Bundeswehr möchte er nach seinem Ausscheiden aus der Bundeswehr in einem neuen Bereich nutzen: Über den BFD plant er den von der Handwerkskammer Koblenz angebotenen modularen Lehrgang zum IT-Manager zu absolvieren.

"Weiße Berufe"

Stabsunteroffizier Sonja Kubitza wollte schon immer in einem medizinischen Beruf arbeiten. Die Arzthelferin gehört jetzt dem Standortsanitätszentrum Stadtallendorf an. Nach ihrer "Zeit beim Bund" wird sie in ihren Beruf zurückkehren oder als Rettungsassistentin arbeiten. Ihren Beruf erlernt hatte sie bei einem Augenarzt in Marburg. "Ich wollte Abwechslung in mein Leben bringen", begründet sie ihre Bewerbung bei der Bundeswehr.

Nach der Grundausbildung im Sanitätsregiment 5 in Rennerod schlossen sich Sanitäts- und Rettungssanitäterlehrgänge in Montabaur, Hildesheim und an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München an. Als Arztschreiberin beim Truppenarzt im Panzerbataillon Stadtallendorf erweiterte sie auch ihr Wissen über die Verwaltung von Gesundheitsakten, das sie im Wehrmedizinischen Institut in Andernach erlernte.

Wenn im Oktober ihre vierjährige Dienstzeit zu Ende geht, steht für sie die zweijährige Ausbildung als Rettungsassistentin auf dem Programm, die zu einem Teil durch den BFD finanziert wird. "Die Bundeswehr war für mich eine interessante Zeit. Und mit den männlichen Untergebenen gab es keine Probleme. Die Mitarbeit in unserem Team war sehr kollegial", fasst Sonja Kubitza ihre Zeit als Soldatin zusammen.

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