Ausbilden erlernen
Stefan
Baumgarten als Pädagoge und Ausbildungsmeister bei der HwK
Die Arbeit mit
jungen Leuten macht Maler- und Lackierermeister Stefan Baumgarten
so viel Freude, dass er das Ausbilden zu seinem Beruf machen möchte.
Zum Ende seiner zwölfjährigen Dienstzeit als Soldat
auf Zeit übt er jetzt diese Tätigkeit zunächst
im Rahmen einer "Ausbildung am Arbeitsplatz" in der
Pädagogischen Anlaufstelle der HwK Koblenz ein. Nach seiner
Entlassung aus der Bundeswehr zum Jahresende möchte er die
Zusammenarbeit mit der Kammer fortsetzen.
 |
| Materialkunde:
Stefan Baumgarten (2.v.l.) im Gespräch mit jugendlichen
Teilnehmern an den berufsbildenden Maßnahmen der Pädagogischen
Anlaufstelle bei der HwK. |

Sich die breitest mögliche Kompetenz
in seinem Beruf anzueignen, war sein erklärtes Ziel für
die Fachausbildung. Der 33-Jährige aus Oberlahr legte deshalb
seine Schwerpunkte für die zweijährige Qualifizierungszeit
sowohl auf die unternehmerische Kompetenz, die ihm der "Betriebswirt
des Handwerks" vermittelte, als auch auf historische und
denkmalpflegerische Techniken des "Restaurators
im Maler- und Lackiererhandwerk" sowie auf heutige Standards,
wie sie im "Gebäude-Energieberater"
und der CAD-Fachkraft vermittelt werden.
Breites Spektrum
"Für die Ausbildertätigkeit
benötige ich selbst ein breites Spektrum, muss über
das größtmögliche Hintergrundwissen verfügen.
Dazu gehören die alten Techniken genauso wie die Simulation
von Farbgebungen über den Computer", erläutert
Stefan Baumgarten Ziele und Inhalte des Konzeptes für seine
Fachausbildung. Auch die Praxis kam dabei nicht zu kurz: Insgesamt
drei Mal kehrte er in seinen früheren Lehrbetrieb zurück,
um in Zeiten der "Ausbildung am Arbeitsplatz" das Gelernte
anzuwenden.


















"Als Ausbilder benötige ich
ein größtmögliches Hintergrundwissen. Grundlage
ist der Meisterbrief, ergänzt durch Fachkurse wie beispielsweise
der Gebäude-Energieberater."
Maler- und Lackierermeister Stefan Baumgarten aus Oberlahr/WW.


















Seine Malerkarriere begonnen hatte
er 1985 im Ein-Mann-Betrieb von Horst Falkenbach, "wo ich
alles gelernt habe, was einem ein alter Meister beibringen kann".
Im Betrieb der Neffen, Gebrüder Runkel in Straßenhaus,
beendete er seine Lehre dann und blieb dort noch weitere drei
Jahre. Nachdem ihn die Bundeswehr vergessen zu haben schien und
er mit der Meistervorbereitung beginnen wollte, wurde er doch
noch zum Wehrdienst gezogen.
Lernen
am Feierabend
Zunächst Sanitäter und später
Fernmelder in Rennerod motivierte ihn sein Spieß zum Verlängern.
Mit der Aussicht, die wirtschaftlichen, rechtlichen und arbeitspädagogischen
Teile der Meisterprüfung (III&IV) berufsbegleitend über
BFD-Arbeitsgemeinschaften ablegen zu können, verpflichtete
er sich auf vier Jahre. Das Angebot, die Fahrlehrerlizenz zu erwerben,
machte ihn schließlich zum SaZ 12. Durch die bundeswehrinterne
Ausbildung fand Stefan Baumgarten erst im Jahr 2000 Zeit für
die Fachkurse der Meisterprüfung (Teile I&II).

Da der Westerwälder in der Truppe
berufsfern eingesetzt und die Meisterprüfung also kein Bestandteil
seiner militärischen Ausbildung war, stand ihm für die
Fachausbildung der ungekürzte zeitliche und finanzielle Förderrahmen
über den BFD zur Verfügung - und den nutzte er ausgiebig.
Das Konzept dafür arbeitete er mit dem Beratungszentrum Bundeswehr-Handwerk
aus, auf das er durch einen Aushang in der Kaserne aufmerksam
wurde.
Arbeit
mit jungen Leuten
Seine nahe berufliche Zukunft plant
er in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Koblenz. In Bildungsmaßnahmen
für junge Leute, die ohne Schulabschluss oder durch soziale
Defizite keine reguläre Lehrstelle gefunden haben, und die
die HwK mit Förderung des Arbeitsamtes durchführt, übernimmt
er die Stelle eines Pädagogen und Ausbildungsmeisters, der
die Jugendlichen an die Berufswelt heranführt und sie fit
macht für den Arbeitsmarkt.

"Bereits in der Fahrlehrertätigkeit
habe ich Spaß an der Arbeit mit jungen Leuten gefunden",
zeigt sich Stefan Baumgarten mit der Wahl seiner neuen Tätigkeit
zufrieden. "Die Arbeit in der
Pädagogischen
Anlaufstelle lässt sich sehr gut an und ich bin sicher,
dass ich durch die Jugendlichen selbst auch jung bleibe."
Restaurator
im Handwerk
&
Gebäude-Energieberater |
| Die
Fortbildung zum Restaurator im Handwerk, die den Meistertitel
als Maurer und Betonbauer, Maler und Lackierer, Tischler
oder Gold- und Silberschmied voraussetzt, ist in zwei aufeinander
aufbauende Abschnitte gegliedert. Die Grundlagen der handwerklichen
Restaurierung werden in fachübergreifenden Seminar-Modulen
vermittelt. Im fachpraktischen Teil werden der Umgang mit
historischen Materialien, Werkzeugen und Handwerkstechniken
geübt sowie Einsatzmöglichkeiten moderner Technologien
aufgezeigt.
Der Gebäude-Energieberater
beurteilt Bauwerke unter bauphysikalischen, bautechnischen,
baurechtlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten
und entwickelt Konzepte zur Verbesserung der Energiebilanz.
Das Seminar richtet sich an Fachkräfte des Bau-, SHK-,
Elektro-, Dachdecker-, Maler- und Lackiererhandwerks.
Internet: www.hwk-koblenz.de |
Beratungszentrum
Bundeswehr-Wirtschaft
Friedrich-Ebert-Ring 33, 56063 Koblenz
Tel.: 0261/ 398-165, Fax: 0261/ 398-934
E-Mail: presse@bundeswehr-wirtschaft.de