Volle Kraft voraus!
Titel: Feinwerkmechanikermeister Bernhard Filusch
startet in seinem Lehrbetrieb neu durch
Wenn es in den Häfen dieser Welt "Leinen los und volle Kraft voraus!" heißt, beginnen Dieselaggregate zu arbeiten, deren Motorblöcke oft aus dem pfälzischen Eisenberg kommen. "Volle Kraft voraus!", heißt es jetzt auch für Bernhard Filusch, der nach zwölf Jahren bei der Bundeswehr in seinen früheren Ausbildungsbetrieb zurückgekehrt ist.
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| Präzisionsarbeit: Bis zu 6 Tonnen wiegen die Motorblöcke, an deren Herstellung Feinwerkmechanikermeister Bernhard Filusch mitarbeitet. |
Neue Berufsfelder
kennen gelernt
Bei der Gebr. Gienanth-Eisenberg GmbH hatte er den Beruf des Gießereimechanikers, Fachrichtung Handformguss, erlernt, eine sehr gute Abschlussprüfung hingelegt und wurde deshalb als Geselle übernommen. Seine Einberufung zum Wehrdienst fiel 1992 in eine Zeit, in der die vor 270 Jahren gegründete Gießerei (
www.gienanth.com) vor einer größeren Umstrukturierung stand. Bernhard Filusch verpflichtete sich als Soldat auf Zeit (SaZ) für zwei Jahre, um die "Klärung der Lage aktiv abwarten zu können".

Seine militärischen Vorgesetzten machten ihm allerdings mit Angeboten zur Weiterverpflichtung "einen Strich durch die Rechnung". Nach einem Jahr in der Bundeswehr war der Eisenberger bereits Fernschreib-Unteroffizier in Mannheim. Für eine Verwendung im Nato-Hauptquartier in Belgien besuchte er die Sprachenschule der Bundeswehr in Köln. Nachdem diese Einplanung durch Stellenstreichung hinfällig und seine Mannheimer Stammeinheit zwischenzeitlich aufgelöst worden war, blieb er zunächst als Fernschreiber in der Stammdienststelle des Heeres. Als Oberfeldwebel kam er schließlich an die Artillerieschule Idar-Oberstein als Ausbilder für Fernmeldeverbindungstechnik.

Außerdem qualifizierte sich der Hobby-Leichtathlet über die Bundeswehr zum Diplom-Sportmanager. Als er damit begann, die Weichen für die Rückkehr in den Zivilberuf zu stellen, merkte er sehr bald, dass die Sportbranche nur wenige Perspektiven bot. Bernhard Filusch suchte den Kontakt zu seiner früheren Firma und vereinbarte zunächst ein vierwöchiges "Ausbildungscoaching" (
Info-Punkt), während dem er sein "altes Unternehmen neu kennen lernte". "Ich weiß noch mehr, als ich gedacht hätte", fasst er sein Schnuppern in den Gießereialltag zusammen.
Rückkehr mit höherer Qualifikation
Für den heute 32-Jährigen war klar, dass er auf höherem Level in den Handformguss zurückkehren wollte. Und das bedeutete für ihn, die BFD-Zeit für die Meisterprüfung zu nutzen. Über einen Kameraden mit dem
Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft in Kontakt gekommen, stieg er in die Planung der zweijährigen Qualifizierung bei der HwK Koblenz ein.

Die Meisterprüfung im Feinwerkmechanikerhandwerk, Fachkurse für CAD-Konstruktion, CNC-Drehen und -Fräsen sowie Lehrgänge zur Qualitätsfachkraft machten die Theorie aus.

Die Praxis eignete er sich über die "Ausbildung am Arbeitsplatz" bei Gienanth an. Ergänzend zu den Lehrgangsinhalten ermöglichte ihm das Unternehmen die Vertiefung in den jeweiligen Abteilungen von der Einarbeitung an den Maschinen über den Verwaltungsbereich und die Lehrwerkstatt bis zur Qualitätskontrolle.

Mit Dienstzeitende übernahm ihn die Firma Anfang Oktober in ein Anstellungsverhältnis. "Ich brauchte nicht bei null anzufangen und habe darüber hinaus eine sehr gute Einarbeitung erfahren", zeigt sich Bernhard Filusch zufrieden. "Ich leiste anspruchsvolle Arbeit, die entsprechend gut entlohnt wird und sehe bei Gienanth Aufstiegsperspektiven für die Zukunft."
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