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Das 50-jährige Jubiläum der Bundeswehr ist Grund genug, um die Geschichte Revue passieren zu lassen und sich mit den aktuellen Herausforderungen für die Streitkräfte zu befassen. Im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges entstanden 1949 zwei deutsche Staaten, eingebunden in ihre jeweiligen politischen, gesellschaftlichen und - mit Aufbau der eigenen Streitkräfte - militärischen Systeme: die Bundesrepublik Deutschland in der freiheitlich-demokratischen Werteordnung des Westens, die Deutsche Demokratische Republik als kommunistisch ausgerichtete "Diktatur des Proletariats" in der "sozialistischen Staatengemeinschaft" des Ostens. Die AnfängeDie Wiederbewaffnung wurde in den 50er Jahren leidenschaftlich und kontrovers wie kaum ein anderes Thema diskutiert. Das Prinzip der Im Laufe ihrer Geschichte hatte die Bundeswehr besondere Herausforderungen zu meistern. Dazu zählte auch der Aufbau der "Armee der Einheit" nach der Wiedervereinigung 1990. Der Befehlshaber des Bundeswehrkommandos Ost, Generalleutnant Jörg Schönbohm, begrüßte bei seinem Dienstantritt am 4. Oktober 1990 die Soldaten der ehemaligen Nationalen Volksarmee mit den Worten: "Wir kommen nicht als Eroberer, sondern als Deutsche zu Deutschen." Die Bundeswehr stand vor einer Mammutaufgabe. Waffen, Gerät und Ausrüstung der NVA waren abzusteuern, marode Kasernen schrittweise zu renovieren. Wichtiger jedoch: Rund 11.000 ehemalige Angehörige der Nationalen Volksarmee wurden nach der Wende in die Bundeswehr übernommen und integriert. Bis heute leisteten mehr als 600.000 Männer und Frauen aus den neuen Bundesländern ihren Dienst in der Bundeswehr. KatastropheneinsätzeWährend zahlreichen Katastropheneinsätzen im In- und Ausland bewährte sich die Bundeswehr von Beginn an stets aufs Neue. Nach der verheerenden Sturmflut im Februar 1962 steht ein Sechstel des Stadtgebietes von Hamburg unter Wasser. 100.000 Menschen sind von den Wassermassen eingeschlossen. Die Bundeswehr rückt aus, um zu helfen. "Stunden um Stunden stehen die Soldaten bis zu den Hüften, bis zur Brust im Wasser unter einem umbarmherzigen Wind. Tag und Nacht sitzen sie am Steuer der Einsatzfahrzeuge, in ihren Sturmboten und Schlauchbooten, beladen mit Menschen und derer geretteten Habe", erinnert sich der Chronist des Pionierbataillons. 1975 bricht in der Lüneburger Heide ein Waldbrand aus, die größte Waldbrandkatastrophe in der Geschichte der Bundesrepublik. Insgesamt 11.000 Soldaten stehen im Kampf gegen das Feuer. Im Oderbruch zeigt die "Armee der Einheit" im Juni 1997 ihre Belastbarkeit, sichert durchweichte Dämme und hilftder Bevölkerung im Überschwemmungsgebiet. Das Hochwasser im August und September 2002 fordert die Soldaten in ähnlicher Weise. Sie retten Menschen aus den Fluten von Elbe, Mulde und Saale und sie bergen unschätzbare Kulturgüter in Dresden. Zur Jahreswende 2004/05 fordert eine riesige Flutwelle in Südostasien Hunderttausende von Opfern. Die Bundeswehr richtet ein Lazarett in der indonesischen Provinzstadt Banda Aceh auf Sumatra ein. Im September 2005 hilft sie den Hurrikan-Opfern in der überfluteten US-Metropole New Orleans. Die Luftwaffe schickt Maschinen mit Notverpflegung in das Katastrophengebiet. Über 40 Tonnen Eintagesrationen der Bundeswehr wurden verteilt. FriedenseinsätzeEine weitere Herausforderung für die Bundeswehr bestand in dem Wandel von der Ausbildungs- zur Einsatzarmee. Unter Mandat der Vereinten Nationen leisten deutsche Soldaten als Blauhelme 1992 in Kambodscha und 1993 in Somalia Hilfe. Deutsche Soldaten sichern seit 1995 gemeinsam mit ihren NATO- und EU-Kameraden den Frieden auf dem Balkan, evakuieren 1997 deutsche Staatsbürger aus der albanischen Hauptstadt Tirana. Zwei Jahre später beendet der Einsatz der Deutschen Luftwaffe im Verbund mit weiteren NATO-Luftstreitkräften die ethnischen Säuberungen im Kosovo und ebnet so den Weg für den Friedenseinsatz deutscher Streitkräfte. Zu den Einsätzen auf dem Balkan kommen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Einsätze in Afghanistan und weltweit im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Bundesverteidigungsminister Dr. Peter Struck fasst im Dezember 2002 griffig zusammen: "Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt." Den Gedanken der Friedenssicherung durch Integration und Vertrauensbildung spiegelt auch die Struktur von Großverbänden der Bundeswehr wider. Von der Korpsebene aufwärts existieren ausschließlich multinationale Stäbe. Multinationalität ist heute auch das Kennzeichen der Einsätze der Bundeswehr. Während in der Heimat die Feierlichkeiten zum Jubiläum der Bundeswehr stattfinden, stehen mehr als 6.000 Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz. Über 200.000 Angehörige der Bundeswehr teilen bereits ihre Erfahrung. Mit ihrem Einsatz verhütet die Bundeswehr Konflikte, sie bewältigt Krisen, und sie leistet humanitäre Hilfe. Einher mit diesen neuen Aufträgen geht der Wandel des Berufsbildes. Sichtweisen und Selbstverständnis der Soldaten ändern sich. Unverändert fordert ihr Beruf viel Engagement, Idealismus und Beweglichkeit. Beruf und Berufung liegen eng beieinander. Frauen und ReservistenEinen wichtigen Einschnitt in die innere Struktur der Bundeswehr bedeutet die Änderung des Soldatengesetzes vom Juni 2000, die den uneingeschränkten Einsatz von Frauen in allen Verwendungen zulässt. Ab 1975 war es für Frauen zunächst möglich, als Offiziere im Sanitätsdienst zu arbeiten. 1991 wurde dies dann auf alle Laufbahnen des Sanitätsdienstes und des Militärmusikdienstes ausgeweitet. Seit 2001 sind alle Verwendungen in der Bundeswehr für Soldatinnen offen. Heute stellen Frauen nahezu ein Drittel des Personals im zentralen Sanitätsdienst. Die Gesamtzahl der Soldatinnen hat sich seit 2001 mehr als verdoppelt. Sie machen derzeit rund sechs Prozent der Berufs- und Zeitsoldaten aus. Reservisten waren, sind und bleiben für die Bundeswehr unverzichtbar. In ihrer Doppelrolle als "Staatsbürger in Uniform" und "in zivil" treten sie seit jeher als Botschafter der Bundeswehr auf. Friedenseinsätze im Ausland und Heimatschutz weisen ihnen auch zukünftig zentrale Aufgaben in der Bundeswehr zu. Die Sicherung des Friedens bei weltweiten Einsätzen kennzeichnet die Aufgaben der neuen Bundeswehr. Darauf ist die Bundeswehr vorbereitet und passt ihre Strukturen den sich wandelnden Herausforderungen ständig an. Ihre Geschichte ist eine Erfolgsgeschichte: Entschieden für Frieden - auch für die kommenden 50 Jahre. Tina Feierabend, PIZ Heer Internet:
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