Mit Vollgas in den Beruf
Titelthema: Maria Filipski erlernt bei der Bundeswehr das Kfz-Handwerk
„Schon als Kind habe ich mit meinem Bruder gerne an Autos geschraubt“, erzählt Maria Filipski. Jetzt macht sie ihr Hobby zum Beruf - bei der Bundeswehr. Als Soldatin erlernt sie in der Klotzbergkaserne von Idar-Oberstein den Beruf der Kfz-Mechatronikerin.
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| Wie Lehrlinge aus zivilen Kfz-Werkstätten, nehmen auch die ZAW-Teilnehmer der Bundeswehr an überbetrieblichen Lehrgängen teil. Maria Filipski erlernte im HwK-Berufsbildungszentrum Bad Kreuznach den Umgang mit Pneumatik und Hydraulik. |
Der Vater gelernter Kfz-Mechaniker, die Mutter in der Lackiererei eines Kfz-Zulieferers beschäftigt, einen Zimmerer und einen Schreiner zu Brüdern: Da kann es nicht verwundern, dass auch sie ins Handwerk geht, wenn auch in einer besonderen „Autowerkstatt“. Die 19-Jährige hat sich für acht Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet, um dort im Rahmen ihrer „zivilberuflichen Aus- und Weiterbildung“ (ZAW, s.u.) ihr Berufsziel zu erreichen.
„Als junge Frau eine Lehrstelle im Kfz-Handwerk zu finden, ist auch heute noch nicht ganz einfach“, machte Maria Filipski die Erfahrung. Geschenkt wird ihr auch in der Truppe nichts. Eignungstest, Allgemeine Grundausbildung, Verwendungslehrgänge - für die Westerwälderin aus Kaden bedeutet die „volle Gleichberechtigung auch die volle Belastung beim Marsch mit 30 kg Gepäck, Gewehr und Splitterschutzweste“.
Intensives Lernen
Probleme mit den „Kerlen“ gibt es dabei nicht, Frauen im Flecktarn haben ihren selbstverständlichen Platz in der Bundeswehr gefunden. „Mit dieser Berufswahl weiß ich, dass familiäre Planungen warten müssen. Auch für mein Hobby, die Tanzgruppe ‘Dance Factory’, bleibt natürlich weniger Zeit, wenn ich während der ganzen Woche in der Kaserne bin“, weiß die Hauptgefreite.
Wenn sie ihre Lehre zur Kfz-Mechatronikerin abgeschlossen hat - sie ist auf intensive 21 Monate verkürzt -, soll Maria Filipski als „InstUffz“ im Instandsetzungsbataillon in Unna arbeiten. Wie alle Soldaten auf Zeit wird sie auch in den Auslandseinsatz gehen.
Das Ende ihrer Bundeswehrzeit liegt heute noch in weiter Ferne. Dennoch hat die junge Frau aus Kaden bereits feste Vorstellungen von ihrer weiteren Zukunft. Mit der Berufserfahrung aus der Bundeswehr und den Qualifizierungsmöglichkeiten über den Berufsförderungsdienst (
BFD) strebt sie den Meistertitel in ihrem Handwerk an.
ZAW: Bundeswehr bildet aus |
Hauptgefreite Maria Filipski erlernt im Rahmen einer „zivilberuflichen Aus- und Weiterbildung“ (ZAW) bei der Bundeswehr den Beruf der Kfz-Mechatronikerin. In ihrer Lehre arbeitet sie an zivilen und an militärischen Fahrzeugen in der Instandsetzungswerkstatt der Klotzbergkaserne Idar-Oberstein (Titelbild), durchläuft die überbetrieblichen Lehrgänge bei der Handwerkskammer und leistet ein sechsmonatiges Praktikum in einer zivilen Kfz-Werkstatt. Die Lehrinhalte entsprechen den allgemeinen Ausbildungsordnungen, die Gesellenprüfung wird vor dem zuständigen Prüfungsausschuss der Kammer oder Innung abgelegt.
Die Bundeswehr bildet junge Menschen in anerkannten Berufen aus und leistet damit einen Beitrag im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. In Idar-Oberstein stellt sie rund 250 Ausbildungsplätze in den Berufen Kfz-Mechatroniker, IT-Systemelektroniker, IT-Systemkaufleute, Bürokaufleute und Fachkraft für Lagerwirtschaft zur Verfügung.
Jedem Bewerber auf eine ZAW-Stelle muss bewusst sein, dass der Arbeitgeber Bundeswehr Soldaten ausbildet - für den eigenen Bedarf. Voraussetzung ist eine Mindestverpflichtungszeit von acht Jahren. Die erfolgreich abgeschlossene ZAW schafft die zivilberuflichen Voraussetzungen, um später einen militärischen Dienstposten ausfüllen zu können - für den Auftrag der Streitkräfte im Inlands- und Auslandseinsatz.
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