Neu auf den Geschmack gekommen
Jürgen Beckers: vom Maurer über den Soldat zum Metallbauermeister
Nach einem halben Jahr Grundwehrdienst war er „auf den Geschmack gekommen“: Jürgen Beckers verpflichtete sich für vier Jahre bei der Bundeswehr und blieb bis 1992 bei der Artillerie in Stadtallendorf.
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| Brennt für das Handwerk: Metallbauermeister Jürgen Beckers hat sich selbstständig gemacht. Foto: Gaida |
Als die erste große Umgliederungswelle in der Truppe begann, nutzte der gelernte Maurer aus Nickenich die Möglichkeiten des Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr (
BFD) und legte bei der
Handwerkskammer Koblenz seine Schweißerprüfungen ab. Das Handwerk hatte ihn wieder, er fand eine Anschlussbeschäftigung bei Stahlbau Schultheis in Koblenz. Als die Branche in eine Flaute geriet, wechselte er in den Starkstromanlagenbau und stellte bundesweit Strommasten auf.
Angebote genutzt
Der Bundeswehr war Jürgen Beckers als Reservist verbunden geblieben. So ging er 2000 als Fernmelder mit dem ersten Kontingent in den Kosovo. Mit der entsprechenden Vorbereitungszeit war er für neun Monate wieder Soldat. Und erneuerte anschließend seine Schweißerprüfungen, um wieder ins Handwerk zurückzukehren. Für einen Hunsrücker Maschinenbauer ging er weltweit auf Montage – bis zu dessen Insolvenz.
Im Sommer 2002 bewarb sich der Reservist als Wiedereinsteller, wurde SaZ 11 und Infanterie-Feldwebel in Kastellaun. „Dabei hatte ich die Fördermöglichkeiten über den BFD im Blick. Ab 2004 habe ich alles an internen Maßnahmen genutzt, was angeboten wurde, von Mathematik über Füge- und Schweißtechnik bis zur CAD-Fachkraft. Überstunden habe ich mir nicht auszahlen lassen, sondern in der Weiterbildung abgefeiert – wobei mir mein Chef sehr entgegengekommen ist.“
„Man muss selbst wissen, was man will“, kommt Jürgen Beckers auf seine weitere Berufsplanung zu sprechen. Der inzwischen 38-Jährige sah keinen Sinn darin, nach vielen Berufsjahren noch einen höheren Schulabschluss an der Bundeswehrfachschule zu erwerben, wie es ihm der BFD vorschlug. Stattdessen ging er auf Meisterkurs als Metallbauer.
Berufspraxis erwerben
Der Maurer, Schweißer und Soldat nutzte die Möglichkeit zur Berufsorientierung vor Beginn der Berufsförderung (
s. unten) bei Hunsrück-Engineering, einem Feinwerkmechanikerbetrieb in Gödenroth, der sich auf Hub- und Fördertechnik sowie Sondermaschinenbau spezialisiert hat (
www.hunsrueck-gmbh.de). Auch die Zeiten der Ausbildung am Arbeitsplatz im Rahmen der Fachausbildung leistet er dort, um dann mit Ende der Dienstzeit im Januar als selbstständiger Montageleiter auf internationalen Baustellen – aktuell in Ohio – zu arbeiten.
Mit dem Meisterbrief in der Tasche, seiner Berufserfahrung als Soldat und Handwerker und der mehrfach unter Beweis gestellten Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten – „auf Montage unverzichtbar“, so Jürgen Beckers – blickt er gelassen in die Zukunft.
Praktika zur Berufsorientierung |
Länger dienenden Unteroffizieren und Mannschaften mit einer Verpflichtungszeit von acht und mehr Jahren (SaZ 8+) kann die Teilnahme an Berufsorientierungspraktika in Unternehmen - auch Ausbildungscoaching genannt - ermöglicht werden.
Für SaZ 8+ soll das Praktikum insbesondere
• dem Kennen lernen eines Berufsfeldes und seiner Anforderungen,
• dem Kennen lernen der betrieblichen Wirklichkeit und
• der Orientierungs- und Entscheidungshilfe für die Berufswahl dienen.
Die Teilnahmevoraussetzungen und das Verfahren des Ausbildungscoachings erläutert Ihnen Ihr BFD-Berater. Ansprechpartner in den Standortteams unter www.bfd.bundeswehr.de |
Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft
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