Chance für Betrieb und ehemaligen Soldat
Dirk Bellinghausen gelingt nahtloser Übergang in qualifizierte Beschäftigung
Ein Zeitsoldat als Mitarbeiter? Anfänglich begegnete Elektromeister Rainer Quirmbach diesem Gedanken mit Skepsis. Zu wenig Berufserfahrung, nicht mehr auf aktuellem Stand, hohe Gehaltsvorstellungen ... Diese Sichtweise ist bekannt. Der Inhaber von Elektro Schmitz in Wirges hat sich darauf eingelassen und dem ehemaligen Soldaten auf Zeit Dirk Bellinghausen eine Chance gegeben.
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| Eines der ersten Großprojekte, an dem Dirk Bellinghausen (l.) von der Massenermittlung über die Kalkulation bis zur Angebotserstellung mitgearbeitet hat, ist der Neubau von Reifen Specht in Ransbach-Baumbach, in dem Elektro Schmitz fast 1.000 Leuchten montiert und rund 50 Kilometer Kabel verlegt. Foto: Gaida |
Ausschlaggebend für die Entscheidung: „Die Möglichkeit, den zukünftigen Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum ohne jede Verpflichtung kennen lernen zu können.“ Im Rahmen seiner Berufsförderung hatte Dirk Bellinghausen seinen Elektrotechnikermeister und Betriebswirt gemacht, verfügte damit sowohl über topaktuelle handwerkliche wie auch unternehmerische Kenntnisse, die es in der Alltagspraxis zu vertiefen galt. Dafür hatte er mit dem
Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft eine viermonatige „Ausbildung am Arbeitsplatz“ zum Abschluss der Fachausbildung eingeplant.
Wachstum durch Kompetenz
„Eine reguläre Meisterstelle stand in unserem Betrieb nicht offen“, so Rainer Quirmbach. Unter der Führung des 47-Jährigen steuert der Familienbetrieb seit Jahren auf Expansionskurs. „Zu meinem Naturell gehört, dass ich immer wieder alles auf den Prüfstand stelle, nach Weiterentwicklungsmöglichkeiten suche und mir neue Ziele setze. Unsere Betriebsanalyse hat gezeigt, dass wir durchaus Verstärkung im Bereich der Elektroinstallation benötigen“ – auch um Zukunftsmärkte wie die Gebäudeautomation (EIB) bedienen zu können und die stabile Auftragslage durch eine systematischere Kundenakquise zu festigen.
Einem neuen Mitarbeiter gewähre er die berühmten 100 Tage, sich auf den Betrieb, die Kollegen und Aufgaben einzustellen und seine Lernfähigkeit unter Beweis zu stellen, so Rainer Quirmbach. Inzwischen hat sich Dirk Bellinghausen seit fast einem Jahr bewährt. Von den Ausschreibungen über die Angebotserstellung bis zur Ausführung auf der Baustelle zieht er die Strippen mit bei Elektro Schmitz. Zu seinen Schwerpunkten wurden ferner eine gezieltere Betreuung der fünf Lehrlinge und Aufgaben in der Betriebssicherheit und Unfallvermeidung – Bereiche, in denen ihm seine Erfahrungen als Hauptfeldwebel der Bundeswehr zugute kommen.
„Der Übergang aus der Bundeswehr in das zivile Berufsleben gestaltet sich für mich als nahtloser Lernprozess“, zieht Dirk Bellinghausen eine erste Bilanz. Ebenfalls wichtig für ihn und seinen Arbeitgeber: Verbleibende Ansprüche über den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (
BFD) kann der Jungmeister für noch erforderliche Anpassungslehrgänge nutzen. Konkret steht dabei die Zertifizierung als EIB-Partner an.
Elektro Josef Schmitz in Wirges |
Der Meisterbetrieb für TV-HIFI-Video, Telekommunikation und Elektroinstallation wurde 1928 durch Elektromeister Josef Schmitz in Wirges gegründet. Elektromeister Rainer Quirmbach leitet seit 1994 den Handwerksbetrieb in dritter Generation. Der wachsende Betrieb beschäftigt 35 Mitarbeiter – darunter fünf Lehrlinge – in den Bereichen Installation, Kundenservice und Elektrofachmarkt.
Infos unter Tel.: 02602/ 60357, Internet: www.elektro-schmitz-wirges.de |
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